“Absolute Rechte” gegen “Meinungsfreiheit”

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ein Amt oder Politiker zwecks Verteidigung der demokratischen Rechte mit massivem eben dieser Rechte Abbau vorprellt.

Neustes Beispiel ist, wieder einmal, der für Justiz und Sicherheit zuständige EU-Kommissar, Franco Frattini (siehe auch “Sieg für die Demokratie”).

Golem.de schreibt:

Der für Justiz und Sicherheit zuständige EU-Kommissar Franco Frattini will prüfen, wie mit technischen Mitteln verhindert werden kann, dass Menschen “gefährliche Worte” wie beispielsweise “Terrorismus” oder “Bombe” im Internet benutzen oder nach diesen suchen.

Sein Glück, dass das System noch nicht in Betrieb ist. Wir würden darüber nie etwas erfahren, da alle zu sperrenden Wörter in seiner Mitteilung enthalten sind.

Interessant ist unter anderem folgender Satz:

“Die absoluten Rechte müssten die höchste Priorität haben, allen voran das Recht auf Leben.”

Firefox Erweiterungen

Firefox

Firefox ist vor allem auch deshalb mein Lieblings-Browser weil er sich kompromisslos mit Add-Ons erweitern lässt.

Da ich ab und zu wieder mal einen neuen Firefox-Browser einrichte, habe ich die Erweiterungen, welche ich in der Regel selbst verwende, hier aufgeführt. So muss ich sie nicht jedes mal erneut suchen.
Continue reading

Ich habe ja eh nichts zu verbergen …

Diesen Satz höre ich meist als erstes wenn ich über Privatsphäre und Datenschutz rede. Denskt du auch so, dann lies bitte mal folgenden Artikel:

heise online – Durch Google-Suche in die Einzelhaft

Vielleicht sind wir diesmal schneller

Habe ich letzte Woche noch über die Bemühungen des deutschen Innenministers zur PC Überwachung geschrieben, muss heute leider wieder ums gleiche Thema gehen. Nur leider diesmal in unserer eigenen heimeligen Stube.

Symlink meldet einen Artikel bei computerworld.ch wonach all diese schlimmen Sachen schon bald in der Schweiz Realität werden könnten.

Zitat:

Laut einem Bericht der Sonntagszeitung setzt sich der St.Galler Staatsanwalt und Leiter der Arbeitsgruppe „Organisierte Kriminalität“ der Strafverfolgungsbehörden, Thomas Hansjakob, für den Einsatz von Softwarewanzen ein. Zudem will er die Frist für die Vorratsspeicherung von sechs Monaten auf zehn Jahre verlängern.

Schöne Aussichten.

… und wie Andreas Ahlensdorf schreibt, hat die Schweizer Variante des Bundestrojaners auch schon seinen Namen: Bünzlitrojaner :-)

Minority Report ist näher als du denken kannst

Wie ich auf Slashdot gefunden und dann im Guardian nachgelesen habe, macht es die rasante Entwicklung in den neurologischen Wissenschaft bereits möglich, Absichten von Menschen vorauszusehen, bevor diese selbst darauf gekommen sind, geschweige denn in die Tat umgesetzt haben.
Auch Telepolis berichtet darüber.

Auf ethische Bedenken angesprochen meint einer der leitenden Professoren:

Würden wir diese technologischen Möglichkeiten von vornherein verbieten, nehmen wir damit Menschen, welche gar kein Verbrechen verüben werden, die Möglichkeit ihre Unschuld zu beweisen.

Schön gedacht und gesagt. Den deutschen Minister Wolfgang Schäuble wirds freuen, dass passt ja wunderbar zu seinen heutigen auf Symlink.ch gelesenen Statements:

… weil Terroristen wissen, dass das Gesetz das Eindringen in den “Kernbereichs privater Lebensführung” nicht erlaubt, würden sie das schamlos ausnutzen und deswegen müsste die Verfassung entsprechend abgeändert werden: »Verbrecher und Terroristen sind klug genug, so etwas auszunutzen. Die tarnen ihre Informationen dann zum Beispiel als Tagebucheintrag. So leicht dürfen wir es denen nicht machen.«

Zur Erinnerung, die deutsche Regierung kämpft zurzeit verbissen dafür, dass private PCs ohne Durchsuchungsbefehl und ohne Wissen des Anwenders direkt übers Internet von Regierungsstellen mittels eines Bundestrojaners ausspioniert werden. Die flächendeckende Überwachung von Telefon, Email- und SMS-Verkehr hat wohl noch nicht so richtig den Durchbruch in der Terrorbekämpfung gebracht.

Was wenn der böse Terrorist nun so bös ist und seine Daten verschlüsselt auf seinem PC ablegt?
Der anoynme Autor des Symlink-Artikels mag recht haben mit der Aussage:

… Harte Kryptographie ist für ihn vermutlich sowas ähnliches wie harte Drogen, oder wie?

Ein Glück lese ich grad “Hard-Boiled Wonderland and the End of the World” von Murakami, weil der gute alte Orwell käme ja schon bereits bei den heutigen Zuständen nicht mehr mit.

Gebrandmarkt

Wie ich soeben gelesen habe scheint es zumindest bei dieser Überwachungsfirma schon zum Alltag zu gehören.

Mitarbeiter können den Sicheheitsbereich der Firma nur noch mittels eines im Arm implantierten RFID-Chips (Funketikette) betreten.

Als fast ein Witz mutet dabei die Aussage der Firma an, dass kein Mitarbeiter dazu gezwungen werde, sich den Chip zu implantieren, andererseits aber der Zugang zum Sicherheitsbereich (bzw. Arbeitsplatz) aber nur noch mit dem Implantat möglich sei.

Als fast noch der grössere Witz mutet die Aussage von Datenschutz- und Sicherheitsexperten an, welche behaupten, die neue Lösung biete absolut keine Sicherheitsfunktionen. Der implantierte Chip lasse sich problemlos auslesen und innert einer Stunde könne eine identische Kopie, welche Tür und Tor öffnet, erstellt werden. Offenbar wurden die Chip-Implantate als Ersatz für ein bisher eingesetztes Zugangs-System eingeführt, welches bereits als unsicher bekannt war. Die Experten betonen aber, dass das alte System, zwar nicht unknackbar gewesen sei, aber immerhin dauere es einen Monat um dessen Sicherheitsfunktionen zu überwinden.

Als ob damit das Fass nicht bereits voll wäre. Der Hersteller VeriChip selbst warnt medizinisches Personal ausdrücklich davvor Magnetresonanztomographien (RMI) bei bewusstlosen Patienten mit Chip Implantaten durchzuführen. Dies weil die mit RFID-Tags bestückten Implantate, unter magnetischer Strahlung überhitzen oder sich im Körper in Bewegung setzen könnten. Ein Patient muss deshalb in der Lage sein, ungewöhnliche körperliche Wahrnehmungen und Probleme mitzuteilen, damit die Untersuchung abgebrochen wird.

Dies führt zur paradoxen Situation, dass ein Träger des Implantats, zu jeder Zeit ein Armband oder eine andere äussere Kennzeichnung auf sich tragen sollte, um nicht aus Versehen in einem Tomographen zu landen. Ironischerweise vermarktet VeriChip sein Produkt auch als implantierte Krankengeschichte für Personen die fürchten ohne klares Bewusstsein in ein Spital zu kommen, wie Alzheimer- und Demenz-Patienten.