Greenpeace analysiert unser High-Tech Spielzeug

Gestern hat Greenpeace den 6. Bericht zur Umweltverträglichkeit von High-Tech Produkten veröffentlicht.

Die Ergebnisse lassen einem wieder mal Schaudern. Aber vielleicht hilft es für die anstehenden Weihnachtseinkäufe. Es wurden nämlich neu neben Computer und Handy auch die Hersteller von Spielkonsolen untersucht.

Der Bericht erscheint alle drei Monate und untersucht die Verwendung von giftigen Stoffen in den Produkten, ob und wie sich alte und defekte Geräte vom Hersteller zurück genommen werden. Dabei wird auch jeweils die offizielle Politik des Herstellers mit der täglichen Praxis verglichen.

In der Schweiz sind wir übrigens mit der vorgezogenen Recycling-Gebühr (vRG) in einer komfortablen Position: Alle elektronischen Geräte können an jeder beliebigen Verkaufsstelle von solchen Geräten wieder zurück gegeben werden. Die Kosten dafür haben wir bereits beim Kauf des Gerätes bezahlt.

Leider haben die wenigsten Länder eine solche Regelung, weshalb man auf die Bereitschaft des jeweiligen Herstellers zählen muss, die Geräte zurück zu nehmen und sie auch fachgerecht und umweltschonend zu entsorgen.

Der grösste Teil landet deshalb heute in den globalisierten Deponien in China und Indien. Dort wird auf offenem Feuer geschmolzen und von kleinen Kindern zerlegt.

Circuit Board being cooked. Taizhou, China 2007 ©2007 Stuart Isett/www.isett.com
Bild: Computer Platine auf offenem Feuer gekocht. Taizhou, China 2007
©2007 Stuart Isett/www.isett.com und Basel Action Network – BAN (www.ban.org)

Die Liste

Gemäss oben genannten Kriterien werden 0 (schlechter ) bis 10 (besser) Punkte vergeben.

18. Rang: Nitendo (0 von 10 Punkten)

Die Negativ-Rangliste wird vom Spielkonsolen-Hersteller Nitendo mit Null Punkten angeführt. Nitendo hat keinerlei Richtlinien zur Vermeidung oder Verwaltung von hoch giftigen Stoffen in ihren Produkten. Es gibt auch keine Pläne in Zukunft solche Richtlinien einzuführen oder die Verarbeitung hoch gitfiger Stoffe zu reduzieren. Nitendo Kunden haben weltweit (ausser in der Schweiz) keine Möglichkeit ihre ausgedienten Geräte einer fachgerechten Entsorgung zuzuführen. Das Wort Recycling ist für diese Firma ein Fremdwort. Nitendo ist damit der erste weltweit bekannte Marke die Null Punkte bekommt.

17. Rang: Philips (2 Punkte)

Diese Firma kann sich vor allem durch firmeninterne Richtlinien ihrer giftigen Stoffe etwas vom Schlusslicht abheben. Das war es dann aber auch schon. Rücknahme? Recycling? Nix verstand!

16. Rang: Microsoft (2,7 Punkte)

Da jetzt auch Spielkonsolen mit im Spiel sind, muss sich die eher als Software-Hersteller bekannte Microsoft wegen ihrer XBOX ebenfalls was sagen lassen. Vor allem die Pläne zum Wechsel auf weniger giftige Ersatzstoffe bis 2011 werden als zu langwierig empfunden. Rückgabe- und Recycling- Politik fehlen gänzlich oder werden als mangelhaft eingestuft.

15. Rang: Sharp (4.7 Punkte)

Einige Pluspunkte durch Pläne, giftige Chemikalien in den eigenen Produkten zu eliminieren, aber es hapert noch in Theorie und Praxis bei der Hardware-Rücknahme.

14. Rang: Motorola (5 Punkte)

Seit dem letzten Bericht vom neunten auf den 14. Platz zurückgefallen. Hauptsächlich wegen schlechter Rücknahme-Praxis in den Philippinen, Thailand und Indien. Auch existieren immer noch keine Pläne die schlimmsten Gifte aus den eigenen Produkten zu verbannen.

13. Rang: Panasonic (5 Punkte)

Unverändert seit dem letzten Bericht. Rücknahme müsste breiter verfügbar sein, aber es wurden grössere Mengen Hardware fachgerecht Rezykliert.

12. Rang: Acer (5.7 Punkte)

Ebenfalls unverändert.

11. Rang: Apple (6 Punkte)

Apple kämpft sich langsam hoch. Neuere iMacs und iPods enthalten weniger Gift. Bis Ende 2008 will Apple die giftigsten Stoffe aus ihren Produkten endgültig verbannt haben. Das hauseigene Recycling-Programm lässt aber immer noch zu wünschen übrig.

10. Rang: HP (6.7 Punkte)

Durch neu vorgestellte Zeitpläne, um die giftigsten Stoffe aus der eigenen Fabrikation zu verbannen, rückt auch HP vor. Allerdings gelten diese noch nicht für alle HP Produkte. Rücknahme muss noch verbessert werden.

9. Rang: Nokia (6.7 Punkte)

Nokia ist im freien Fall. Obwohl bei den verwendeten Giftstoffen gepunktet wird, erweisen sich die Ankündigungen zur Rücknahme in Presse und Webseiten in Ländern wie Thailand, Russland und Argentinien als leere Versprechungen. Dafür gibt es Strafpunkte.

8. Rang: Fujitsu-Siemens (7 Punkte)

Unverändert seit dem letzten Bericht. Noch Defizite in allen Bereichen.

7. Rang: LGE (7)

Unverändert seit dem letzten Bericht. Müsste die Rücknahme für alle Produkte ausser den Telefonen verbessern.

6. Rang: Toshiba (7)

Hat den Umgang und Verarbeitung toxischer Chemikalien sehr verbessert. Aber versucht gleichzeitig auf die US-Politik Einfluss zu nehmen die entsprechenden Gesetzte zu lockern.

4. Rang: Lenovo und Dell (7.3)

Unverändert seit dem letzten Bericht. Beide schaffen es offenbar nicht Produkte ohne Verwendung der schlimssten Chemikalien auf den Markt zu bringen.

3. Rang: Sony (7.3)

Weitere Produkte ohne das giftige PVC und grössere Transparenz bezüglich den eigenen Recycling- und Rücknahme-Bemühungen.

2. Rang: Samsung (7.7)

Grosse Fortschritte mit mehr Produkten die keine der schlimmsten giftigen Chemikalien mehr aufweisen. Verliert Punkte für die unvollständige Rücknahme-Praxis.

1. Rang: Sony Ericsson (7.7)

Dieser Konzern übernimmt die Führung, als umweltfreundlichstes Hi-Tech Unternehmen, vor allem durch Transparenz und PVC-freien Produkten. Wenn auch Rückschritte bei der Rücknahme-Praxis festegestellt wurden.

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