Ich stand in der Schlange an der Kasse im Migros Hauptbahnhof (dem hinteren, wo es jeweils weniger gedrängt zu und her geht.). Vor mir waren noch zwei Kunden. Der Mann vor mir, seinem äusseren nach zu Urteilen, ein Junkie. Der einzige Artikel den er kaufen wollte hielt er in seiner linken Hand, während er mit der anderen in seinen Hosentaschen nach Münz kramte.
Was er kaufen wollte war eine PET-Flasche Migros-Budget Mineralwasser. Er wurde nevöser je länger er versuchte noch ein paar Rappen in seinen nun schon bereits mehrmals durchsuchten Hosentaschen zu finden. Die Kundin vor ihm machte sich bereits ans Bezahlen ihrer Einkäufe, gleich würde er an die Reihe kommen und er hatte nicht genug Geld zusammen um die Flasche zu bezahlen. Als er die Hoffnungslosigkeit seiner Lage endlich erkannte, drehte er sich zu mir um: “Sorry häsch mer nöd no zwänzg Rappe, das i die Fläsche cha chaufe?”.
“Sorry, nei han sälber nöd vill Gäld zur ziit” antwortete ich. Die Worte kamen irgendwie vorbereitet aus meinem Mund, hatte ich es doch kommen sehen. Aber eigentlich hätte ich ihm lieber etwas anderes gesagt, weil als ich ein paar Minuten später aus dem Laden hinaus in die Bahnhofshalle trat, fiel mein Blick als erstes auf den kleinen runden Trinkbrunnen, gerade etwa 3 Meter vor dem Ladeneingang. Man kann den Laden also nicht betreten ohne am Brunnen vorbeizugehen.